Einer der starken Hirsche auf dem Brunftplatz,

ist „der Freiherr“. Heute Morgen sah ich ihn zufällig, wie er schnellen Schrittes die Wiese wechselte. Wahrscheinlich hatte er auf halbem Wege aber menschliche Geräusche wahrgenommen oder etwas gerochen, sodaß er innehielt und sich dann in einen nahe gelegenen Schilfgürtel verzog.

Gut zu sehen ist, dass er kurz zuvor wohl ausgiebig in einer Suhle gelegen hatte, was Rothirsche insbesondere in der Brunft gerne und ausgiebig tun. Wenn sie in dieser Zeit besonders erregt sind, verspritzen sie Urin und Sperma und markieren mit einem Sekret, welches sie aus einer Drüse die sich unter den Augen befindet, die Umgebung und um den Rivalen zu imponieren forken sie im Boden, lassen ihre Aggressionen oft an Bäumen aus und laufen parallel zum Rivalen auf und ab um sich gegenseitig zu imponieren und einzuschüchtern. Nur wenn sich der Rivale, der meistens ziemlich gleich alt und stark ist, nicht einschüchtern lässt, kommt es zum Kampf, indem die Hirsche frontal mit abgesenktem Kopf aufeinanderprallen. Dabei kommt es erstaunlich selten zu schweren Verletzungen oder zum Tode eines Tieres.  Kreuzt man zufällig den Weg, den ein Stier während der Brunft genommen hatte, so riecht man seine Spur noch Minuten lang.

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Der Herbst ist da,

die warmen Tage sind vorbei und morgens steigt der Nebel empor, wenn die Rothirsche im Duvenstedter Brook mit der Brunft beginnen. Schon in der Dunkelheit breche ich zu Hause auf, um rechtzeitig mit dem Beginn der Dämmerung im Brook zu sein. Schon vom Parkplatz hört man das imposante Röhren der Hirsche durch die Nacht. Nach zwei Kilometern Fußmarsch habe ich dann einen der Beobachtungsschirme erreicht. Ganz leise bewege ich mich vorwärts und versuche dabei möglichst wenig Geräusche zu produzieren um die Hirsche nicht auf mich aufmerksam zu machen, denn nur so gibt es die Chance auf gute Fotos. Dieser Hirsch wurde vor Jahren von der Jagdbehörde der Name „Thor“ gegeben. Er kehrt Jahr für Jahr zur Brunft in den Brook zurück, bis er zum Abschuss frei gegeben wird, oder auf anderem Wege zu Tode kommt.

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