Juli, und nichts los

Traditionell sind die Monate Juli und August relativ schlechte Monate zum Fotografieren. Nun ist die Vegetation üppig, unter dem Blätterdach der Bäume ist es stockfinster und man sieht vor Blättern nichts, das Gras auf den Wiesen steht hoch, Brennessel, Diesteln und Dornen sind hüfthoch und die Tierwelt kann sich gut verstecken. Die meisten Jungvögel sind im August bereits ausgeflogen und so bedarf es viel Glück, mal etwas vor die Kamera zu bekommen.

Diesen Schwarzspecht fand ich im Nienwohlder Moor, als er an einer abgestorbenen Birke nach Larven im modrigen Holz suchte. Der Schwarzspecht ist der größte europäische Specht und kann auf Grund seiner Farbe und Größe schnell als Krähe durchgehen, wenn nicht die auffalende rote Kappe und der lange Hals wäre. Er nistet in alten Buchen- und Eichenwäldern. Seine verlassenen Höhlen werden gerne auch von Hohltaube und Raufußkautz bewohnt.

Schwarzspecht bei der Nahrungssuche im Nienwohlder Moor

Schwarzspecht bei der Nahrungssuche im Nienwohlder Moor

 

Die große weite Welt,

20160712-B45I0830 - Kopiewollten diese jungen Gänsegeier wohl sehen, als sie sich ins Lauenburgische verirrten. Normalerweise leben diese Vögel, neben die der Seeadler eher mikrig aussieht, in Südeuropa. Der Gänsegeier ist mit einer Spannweite von bis zu 270cm noch bis zu 40cm größer, als der heimische Seeadler. Nur die Jungvögel streifen in ihrer Jugend umher und wagen mehr und mehr mal einen Flug ins nördliche Mitteleuropa. In den Alpen sieht man sie schon eher mal, dass sie bis nach Schleswig Holstein ziehen, ist es eine kleine Sensation.

20160712-B45I0865 - Kopie

Der nervt die ganze Nacht

sagte mir ein Fotofreund und meinte den kleinen Gesellen, der doch arg selten geworden ist und auf der Roten Liste der stark gefährdeten Brutvögel Deutschlands steht, sich im hohen Gras aufhält, heimlich ist und gar nicht gerne gesehen werden will. Dazu bedarf es extensiv genutzter feuchter Wiesen oder Moorwiesen, die mit Brennesseln, Schilfgras, Seggen und Pfeifengras durchwachsen sind. Die Rede ist vom Wachtelkönig, der mit seinem lautem Krrrr Krrrr in der Nacht, einen wahnsinnig machen kann. Ich, als alter Radio- und Fernsehtechniker hätte gesagt: Der klingt wie eine alte Kathodenstrahlröhre, bei der die Hochspannung von der Anodenkappe nach Masse überspringt. Ein fast mechanisch technisches Geräusch, welches dieser Vogel, der die Größe eines Rebhuhns hat, wiederholend von sich gibt. Aus diesem Grund, wird er auch „Wiesenknarrer“ genannt. Trotz seines eher plumpen Aussehens ist er ein geschickter Langstreckenzieher, den es im Winter bis nach Ostafrika führt.

Wachtelkönig

Wachtelkönig