Was für ein Abend!
Trotz der kritischen Wetterprognose habe ich gestern Abend meine Ausrüstung zusammengepackt und bin in die beginnende Nacht zu einem Hof gefahren, von dem ich wusste, das junge Schleiereulen einige Tage zuvor ausgeflogen waren.
Ich hatte gerade aufgebaut, da fing es an zu regnen und zu blitzen. Sofort packte ich meine gerade mühevoll eingerichtete Ausrüstung ein und stellte mich unter einem Schuppen unter. Es wurde langsam dunkel und ich war mir nicht sicher, ob loszufahren die richtige Entscheidung des Abends gewesen sei, doch das Regenradar versprach einen klaren Nachthimmel nach dem Regen.
Als es aufhörte, kamen die ersten Sterne zum Vorschein und die Blaue Stunde wich dem herrlichen Nachthimmel. Nur in der Entfernung sah man bis nach Mitternacht ein starkes Wetterleuchten. Welch ein Schauspiel!
Sobald der Regen nachließ, baute ich sofort die Ausrüstung wieder auf und nach kurzer Zeit tauchten am Nachthimmel die ersten Schleiereulen auf, die durch die beginnende Dunkelheit glitten. Sie kreisten um die alte Scheune und kreischten schauerlich und manchmal verfolgten sie sich und dabei blitzte es in der Entfernung von den unzähligen Gewitterzellen, die um mich drumherum zogen.
Weit nach Mitternacht fuhr ich heim und war gerade ein paar hundert Meter entfernt, wo die Sicht auf den Horizont gegeben war, als ich ein abgestelltes Auto bemerkte, und zwei Personen, die sich an einer anderthalb Meter und etwa 50 cm dicken Tonne zu schaffen machten. Einbrecher, die ihre Beute verstauten?
Danach sah es beim langsamen Vorbeifahren nicht aus. Ich hielt an, stieg aus und fragte nach.
Es waren Hobby-Astronomen, die ihr riesengroßes Teleobjektiv auf den Nachthimmel ausgerichtet hatten. Auch ich durfte mal ein Blick durch den auf einer Sackkarre stehenden Trümmer werfen, dazu richteten sie das Tele auf den Jupiter und Saturn aus, den man auch mit bloßem Auge in dieser klaren Nacht sehen konnte. Faszinierend! Noch nie hatte ich den Saturn mit seinen Ringen live sehen können. So wird diese Nacht mit ihren Erlebnissen noch lange in meiner Erinnerung bleiben.