nutzen die Waldohreulen oft gemeinsam und über Jahre hinweg. Vom Förster bekam ich einen Tip und machte mich gleich auf den Weg. Das Gelände schien mir ideal. Eine große Waldlichtung, die durchsetzt war mit dichten Fichten und Kiefernbüschen. Niedriger Bewuchs und jede Menge Pfade von Mäusen. Auf meinem Streifzug über die Lichtung bemerkte ich sofort: Je dichter  der Baumbewuchs, desto mehr Schmelzspuren (Kotspuren) und unzählige etwa überraschungseigroße Gewölle (über den Schlund ausgestoßene, nicht verdauliche Beuterückstände, wie Mausfell, Knochen). In mehreren Bäumen konnte ich mehr als 25 Waldohreulen zählen, eine riesen Menge und dennoch nicht außergewöhnlich.

Ich zog mich zurück und erkletterte einen Jagdansitz, von dem ich aus den Sonnenuntergang genießen wollte. Langsam zog Bodennebel über die Lichtung und plötzlich, etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang erwachten die Eulen und flogen in unsteten Flugbahnen, mal tiefer, mal höher und kreuz und quer zwischen den Bäumen umher und dicht an meinem Versteck vorbei. Ein ganz besonderes Erlebnis.