habe ich auch in diesem Jahr noch rechtzeitig eine Sperlingskauzhöhle gefunden. Seit Angfang März bin ich jeden zweiten Tag und seit Ende März jeden Tag in unseren großen Wäldern unterwegs gewesen, um die Sperlingskauzbalz mitzubekommen.

Wenn sich der Winter dem Ende zu neigt, die Sonne schon wieder etwas höher am Firmament steht, wenn die Tage und Nächte gleich lang werden und sich der Frühling mit den ersten wärmeren Tagen ankündigt, dann ist die Balz der Sperlingskäuze um die Gunst ihrer Artgenossinen. Ein lautes melodisches Pfeifen, wie der Ton einer Blockflöte, kann man dann weit durch den Wald hören. Auf diese Tage warte ich, denn sie zeigen mir den Weg zu den Sperlingskauzen. Ein Glücksgefühl umkommt mich, wenn ich sie gefunden habe, denn wenn das Männchen ein Weibchen gefunden hat, balzt es nicht mehr und sie werden sehr heimlich. Nur noch Kommunikationslaute verkünden ihre Anwesenheit, die für den Laien kaum noch zu identifizieren sind.

Dann beginnt das Männchen alsbald mit der Versorgung und Begattung des Weibchens, die wiederum irgendwo im Unterholz darauf wartet, dass das Männchen mit der Beute kommt um sie zu ernähren. Die folgenden Wochen nutzt das Weibchen um sich davon zu überzeugen, dass das Männchen auch fähig ist, sie in den kommenden Monaten zu versorgen, während sie in der Höhle am Brüten ist. Ist das Männchen nicht in der Lage genügend Beute zu schlagen, oder fällt aus, wäre die Brut verloren. Also wartet sie manchmal stundenlang im für Prädatoren undurchdringlichen Ästegewirr einer Dickung, bis sich das Männchen von der Jagd durch leises Pfeifen ankündigt.

Heute bekam ich mit, wie das Weibchen durch das Männchen zur Höhle geleitet wurde. Dabei pfeift das Männchen leise und seine Stimme vibriert aufgeregt. Es fliegt die Höhle an, das Weibchen schaut ihm zu und alsbald wirft das Weibchen den ersten kurzen Blick in die neue Wohnung, die ehemals ein Buntspecht angelegt hat.