sondern eher die Geschichten dahinter, die ein Erlebnis unvergesslich machen.

Als ich heute in aller Frühe bei den Sperlingskauzen vorbeischaute, saß das Sperlingskauzweibchen in einer hohen Fichte, ziemlich tief auf einem Ast. Unter dieser Fichte hatte ich, wie gewöhnlich, meinen Rucksack und den Klappsitz abgestellt. Als ich sie irgendwann bemerkte, dachte ich mir: „Naja für ein Belegbild reicht die Situation. Mal schauen, was sich ergibt!“

Um die Naheinstellgrenze meines Objektivs einzuhalten, brauche ich immer einen gewissen Abstand. Damit der Vogel nicht gestört und der Aufnahmewinkel in den Baum nicht zu steil wird, nutze ich zudem meistens noch einen Konverter.

So saß sie eine ganze Weile auf dem Ast und ich suchte eine Stelle von wo aus ich möglichst wenig überstrahlten Himmel und möglichst wenig Ästchen vor ihr im Bild hatte.
Irgendwann linste sie mit langem Hals in meine Richtung. Erst einmal, dann immer öfter und flog plötzlich auf mich zu, setzte sich auf einen Baumstumpf, der schon über und über mit Moos bewachsen war und auf dem schon kleine Fichtenkeimlinge sprießten. Hier saß sie nun, höchstens dreieinhalb Meter entfernt und pickte die Reste einer Maus auf, die wahrscheinlich das Männchen dort deponiert hatte.
Ich hatte die halbe Maus überhaupt nicht wahrgenommen und wagte nicht, mich zu bewegen. An ein Foto war auch nicht zu denken. Zu sehr hätte ich die Kamera auf dem Stativ Richtung Erdboden senken müssen geschweige davon, saß sie mir viel zu nah. Glücksgefühle kamen in mir auf. Sicher wäre diese Situation DAS Foto geworden, aber auch so fand ich diese Situation unheimlich schön und sie zeigt mir, wie vertraut ich den Vögeln bereits geworden bin. Keine Scheu – allenfalls ein Rest an Respekt vor diesem komischen großen Typ mit seiner Kamera, bringen sie noch auf.

Nach zwanzig schönen Sekunden flog sie dann die Beute in ihre Höhle.

Sperlingskauz glaucidium passerinum pigmy owl