Der spannende Moment

war heute Morgen. Ich war wie jeden Tag, schon früh morgens bei meinen Sperlingskauzen und merkte gleich, dass heute irgend etwas anders ist. Das Weibchen saß  nicht wie sonst gewöhnlich an ihrem Stammplatz, von wo aus sie die Beute des Männchens übernahm oder zwischenparkte, sondern in einer hohen Fichte und war bereits früh morgens am Rufen. Sie wechselte dabei ihre Position öfters in den Bäumen der näheren Umgebung der Höhle.  Um 9:25 Uhr war es so weit: Nr. 1 steckte seinen Kopf weit aus der Höhle und man merkte gleich, dass er es dieses mal Ernst meint. Mit einigen Anläufen ging plötzlich alles sehr schnell. Er schob seinen Kopf durch den Höhleneingang, stieß sich mit den Hinterbeinen ab und blitzschnell flatterte er in eine Fichte am Rand des Dickichts, in dem auch des Elternpaar gerne Unterschlupf sucht. Dort landete er sicher, saß etwas verdutzt über die eigene Leistung auf einem Fichtenast, krabbelte dann aber weiter in die Fichtenmitte und flatterte ins Unterholz. Aus dieser Richtung hörte ich das Weibchen, die eine Maus geschlagen hatte, wie ich kurze Zeit später sah. Leider bekam ich die Fütterung nicht mit.

Bald hat sich mein Einsatz bei den Sperlingskauzen erledigt. Im Auftrag des LVE protokollierte ich minutiös sämtliches Treiben an der Brutstelle, führte Buch über die eingebrachte Beute, kontrollierte die Höhle mit einer Höhlenkamera. Ich fror bei den letzten Schneefällen im März an der Bruthöhle, habe mich so manches mal beim Einnicken ertappt und verkroch mich vor der sengenden Sonne, der letzten Tage.

Das Weibchen wurde zwischenzeitlich durch einen Beringer des LVE beringt. Nun geht mein Einsatz dem Ende entgegen. Ich hoffe noch einige Fotos von den Sperlingskauzen machen zu können, bevor sie ihre Wege fliegen.

Junger Sperlingskauz, kurz, nachdem er seine Bruthöhle verlassen hatte

Junger Sperlingskauz, kurz, nachdem er seine Bruthöhle verlassen hatte